Über mich

Mein Weg zum Yoga begann nicht auf der Matte, sondern in der Stille.
2018 – ich war Anfang zwanzig, saß viel vor dem Computer, trank eindeutig zu viel Kaffee und versuchte irgendwie, konzentriert durch den Tag zu kommen – kam ich erstmals mit
Meditation in Berührung. Damals suchte ich vor allem einen klareren Kopf. Was ich fand, war etwas Tieferes: mehr Ruhe, mehr Weitblick und vor allem auch eine aufrichtige Beziehung zu mir selbst.

Ich habe früh erlebt, wie stark Gedanken, innere Unruhe und emotionale Schwankungen den Alltag beeinflussen können. Meditation war kein Wundermittel, aber sie wurde zu einem essentiellen Begleiter. Schritt für Schritt; mit Geduld, etwas Disziplin – und mit der Erkenntnis, dass innere Balance nichts Statisches ist, sondern immer wieder neu entstehen darf.

Üben, lernen, lachen und sich selbst dabei ein Stück näherkommen.

Die körperliche Yogapraxis kam erst später dazu. Im Grunde eher beiläufig.
Ich erzählte einer Freundin während einer Nachtschicht, dass ich mir vorstellen könnte, Yoga zu lehren. Sie sah mich an, lachte erst einmal herzlich und meinte dann: „Vielleicht kommst du erst mal mit in eine Yoga-Klasse.“

Gesagt, getan. Und ich war sofort verliebt – in die Verbindung aus Bewegung, Atem und Präsenz.
Die Asanas fühlten sich nicht wie reiner Sport an, sondern wie eine Erweiterung der Meditation. Körper, Geist und Atem begannen plötzlich, miteinander zu harmonieren.
In dieser Zeit wuchs auch der Wunsch, zu reisen – mich neuen Herausforderungen zu stellen und mich außerhalb meines gewohnten Umfelds noch einmal ganz anders kennenzulernen.

So führte mich das Leben Ende 2019 nach Australien. Dort blieb Yoga ein fester Bestandteil meines Lebens – mal intensiv, mal leiser, so wie das Leben selbst. Auf einer Farm entstanden nach der Arbeit ganz spontan kleine Übungsrunden unter meiner Anleitung. Viele fragten, ob ich ihnen ein paar Übungen zeigen könne. Ich war ehrlich gesagt ziemlich vorsichtig (und ein bisschen nervös), niemanden zu verletzen – und gleichzeitig tief berührt davon, wie viel Freude es mir machte, Raum zu halten und Wissen zu teilen. Dort wusste ich ziemlich klar: Ich möchte Yoga unterrichten.

2024 führte mich mein Weg schließlich nach Indien, nach Rishikesh – an den Ausläufern des Himalayas, einem Ort, an dem Yoga seinen Ursprung hat. Dort absolvierte ich meine 500-Stunden-Ausbildung in Hatha- und Ashtanga-Yoga. Diese Zeit hat mein Verständnis von Yoga erneut grundlegend vertieft. Ich habe viel gelernt – und zugleich erfahren, dass Yoga kein Ziel kennt, an dem man „ankommt“. Es ist ein Weg, der sich stetig vertieft und verändert, und ein Lernen, das nie abschließt.

Nach meiner Ausbildung blieb ich noch einige Zeit in Rishikesh: ich vertiefte mein Verständnis der Yoga-Philosophie, lernte erste Grundlagen des Sanskrit kennen und verbrachte viel Zeit im Austausch mit dem Swami der Schule – über Texte, Fragen und darüber, wie Yoga im Alltag gelebt werden kann. Abends habe ich dort am Ganga, dem heiligen Fluss, meditiert und mir bewusst Zeit genommen, um das Erlebte zu reflektieren.

Seit Juni 2024 unterrichte ich seither auf Salt Spring Island in Kanada Yoga – unter anderem auch in der kleinen Stadt Ganges. Ja, komplett anders ausgesprochen als Ganga. Und ja, ich habe das am Anfang konsequent verwechselt.
Dort begann ich, das Gelernte wirklich weiterzugeben: in Klassen, beim gemeinsamen Üben und im ehrlichen Austausch. Nicht als jemand, der „fertig“ ist, sondern als Teil eines gemeinsamen Lernprozesses, in dem wir alle voneinander lernen können.

Heute unterrichte ich Yoga auch online – auf Deutsch, manchmal mit englischen oder Sanskrit-Begriffen (die ich immer erkläre). In meinen Stunden ist es mir wichtig, präsent zu sein: Ich gebe Feedback, gehe – soweit es die Gruppendynamik erlaubt – individuell auf Menschen ein und unterrichte achtsam, klar und mit einer Prise Humor.

Spiritualität verstehe ich dabei offen und undogmatisch. Ob du an Gott glaubst, an nichts, an die Wissenschaft oder an alles ein bisschen – all das darf hier Platz haben. Für mich sind wir alle Schüler:innen, immer wieder. Jede Person bringt eigene Erfahrungen, Fragen und Perspektiven mit, und genau darin liegt ein großes Geschenk: Wir können voneinander lernen, ohne uns zu vergleichen.

Yoga bedeutet für mich keine Leistung und kein „Weiter, höher, besser“. In meinen Stunden geht es nicht darum, etwas zu erreichen oder zu können, sondern darum, dir selbst ehrlich zu begegnen – mit Neugier, Freundlichkeit und Offenheit.

Wenn du dir wünschst, dir selbst bewusster zu begegnen, deinen Körper wahrzunehmen, Atem und Geist zu erforschen und dir regelmäßig Zeit für dich zu schenken, freue ich mich, dich auf diesem Weg ein Stück begleiten zu dürfen.